



Dynamo Dresden - Spvgg Unterhaching |
| Geschrieben von: Anja Krannich |
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Wer hätte am Anfang der Saison gedacht, dass dieses Spiel ein ganz wichtiges für Dynamo werden sollte. Drei Punkte sollten aus den zwei Spielen gegen den KSC und die SpVgg geholt werden. Anderenfalls wäre Christoph Franke seinen Trainerjob los. Nach der 2:1 Niederlage in Karlsruhe ging es nun also im Heimspiel gegen Unterhaching um den Trainerposten. Mit Unterhaching kam nun ein Gegner ins Rudolf Harbig Stadion, der ebenfalls auf einem Abstiegsplatz stand und der auswärts bisher nur einen Punkt holen konnte. Drei Punkte sollten also absolut machbar sein. So machten sich am Freitag drei Hamburger Dynamos auf den Weg nach Dresden. Auch unser Jüngster war mal wieder mit dabei. Trotz Nebel und einem kurzen Stau kamen wir ganz gut durch und waren pünktlich zum Abendessen bei Dynamama. Bei Lasagne und einem Glas Wein wurde es ein gemütlicher Abend. Auch der Samstagabend stand im Zeichen von Dynamo. Fan-Forum-Treffen stand auf dem Programm. Wir trafen uns am Albertplatz und gemeinsam ging es ins Keepers. Bei Bier und Käsetellern wurde über das anstehende Spiel und die mögliche Trainerentlassung diskutiert. Aber eigentlich kam ja nur ein Sieg in Frage. Trotz allem war aber die Anspannung vor dem Spiel groß. Aber auch der Spaß kam an diesem Abend nicht zu kurz. Gegen halb elf machte ich mich mit Erik dann auf den Weg nach Hause, während die anderen später noch die Lokalität wechselten. Der Sonntag begann bei mir mit einem Blick gen Himmel. Doch die grauen Wolken trugen nicht gerade dazu bei, meine Laune zu steigern. Die Aufregung vor diesem doch so wichtigen Spiel schien sich bei mir ständig zu steigern. Gegen Regen und Kälte gewappnet, machten wir uns dann auf den Weg ins RHS. Im Block wurde es ziemlich schnell voll und als Christoph Franke sich auf dem Weg in die Kabine machte, gab es von den Rängen die ersten Sympathiebekundungen. Dynamo begann auf schwerem Boden recht verhalten und richtig große Chancen gab es noch nicht. Nach neun Minuten klingelte es erstmals im Kasten. Leider in dem von Kresic. Teinert hatte sich schön gegen Beuchel durchgesetzt und überwand Kresic. Drei Punkte wollte man holen und sah sich plötzlich im Rückstand. Doch Dynamo kämpfte und schon sieben Minuten später war man dem Ziel wieder einen Schritt näher, wenn auch mit Hilfe des Gegners. Eine Flanke von der rechten Seite köpfte Kennedy im Stafraum zu Vorbeck. Aber Omodiagbe wollte dies verhindern, ging mit dem Fuß dazwischen, und der Ball wurde zum Heber für Heerwagen und landete im eigenen Tor. Das war der wichtige Ausgleich. Und Dynamo drückte weiter. Vorbeck flankte nach 23 Minuten mustergültig auf Kennedy, und der Australier stieg am Elfmeterpunkt hoch und köpfte den Ball genau an den Innenpfosten. Das war die Führung. Dynamo kämfte jetzt und hatte sogar die Chance zum 3:1. Eine Fröhlich-Flanke köpfte Kennedy völlig frei am langen Pfosten genau auf den Keeper. Als dann schon alle mit dem Pausenpiff gerechnet haben, klingelte es erneut. Kennedy klärte im eigenen Strafraum per Kopf, und Sträßer zog aus 25m ab. Der Sonntagsschuss schlug im Winkel ein. Wieder der Ausgleich! Noch vor der Pause hätte Dynamo wieder in Führung gehen können, doch Vorbeck köpfte eine Langen-Flanke an die Lattenunterkante. Dann war Pause. Zeit für eine heiße Zitrone. Es war kalt und regnete die ganze Zeit. Auch nach dem Wechsel hatte der Wettergott kein Einsehen. Das Spiel war nun recht ausgeglichen und die Fehler begannen sich zu häufen. In der 63. Minute kam dann der erneute Rückschlag. Teinert wurde steil geschickt. Kresic stürmte aus seinem Tor und konnte den Ball 40m vor der Grundlinie nicht erreichen. Teinert schoss von der rechten Außenseite direkt ins Tor. Danach brach Dynamo auseinander. Das Aufbäumen und Kämpfen blieb aus. Unterhaching gewann das Kellerduell. Ich war völlig fassungslos. Das sollte also nun das Ende der Ära Franke in Dresden sein. Im ganzen Stadion wurden Christoph Franke Rufe laut. Die Fans stellten sich hinter den Trainer. Christoph Franke kam noch einmal in die Kurve und wurde gefeiert. Ich hatte Tränen in den Augen und ich war nicht allein. Trotz Regen und Kälte blieben viele noch im Stadion. Viele Fans fanden sich im M-Block ein und skandierten „Außer Franke könnt ihr alle gehen“ Die Wut richtet sich gegen Herrn Köster und die Mannschaft. Knapp eine Stunde nach Abpfiff machten wir uns durchnässt und durchfroren auf dem Weg zum Auto. Zu diesem Zeitpunkt war der M-Block noch brechend voll. Wir machten uns ziemlich geknickt auf den langen Weg nach Hamburg. Mir wollte es einfach nicht in den Kopf, dass Christoph Franke nicht mehr unser Trainer sein sollte. Doch unterwegs verdichteten sich die Gerüchte, dass es einen Trainerwechsel nicht geben würde. So machte sich bei mir wieder Hoffnung breit und die Heimfahrt war erträglich. Kurz nach Mitternacht hatten wir es dann auch geschafft. Was bleibt ist die Erinnerung an einen schönen Abend mit vielen Forumsmitgliedern, an ein verlorenes Spiel und an ein Bekenntnis der Fans für einen der besten Trainer die Dynamo je hatte. |