



4:0 Auswärtssieg in Jena - Wahnsinn !!! |
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...im vergangenen Heimspiel gegen Unterhaching schon gar nicht. Ohne jegliche Erwartungen machte ich mich also mit einem Kumpel aus Jena auf zum Stadion. Inkognito wagten wir uns unter die Jena-Fans vorm Stadion und nach kurzem Anstehen und einer gründlichen Leibesvisitation waren wir auch schon drin. Erstes Erstaunen an diesem Tag überkam mich, als ich das Ernst-Abbe-Sportfeld nun zum ersten Male von Nahem und von innen sah. Es wirkte ziemlich marode und erinnerte mich sofort an das alte Rudolf-Harbig-Stadion. Flache Ränge, Tartanbahn und Toiletten-Container. Dann standen wir im Block N der Südkurve, direkt neben dem Gästefanblock, wo die Ultras aus Jena zuhause sind. Während sich die Spieler beider Mannschaften warm machten, füllte sich das weite Rund zusehends. Erste Fans beider Seiten bekundeten auch schon sporadisch ihre innige Zuneigung dem anderen gegenüber mit diversen Handzeichen und Gestiken. Es ist mal sehr interessant auf der anderen Seite zu stehen und zu beobachten, wie Dynamofans auf andere Besucher im Stadion so wirken, dachte ich mir. Dann liefen die Mannschaften ein und der Gästefanblock verschwand unter einer tollen Choreografie. Die Spannung stieg. Anstoß! Die ersten Minuten spielte Dynamo befreit auf, so wie in den letzten Spielen auch schon. Angriff folgte auf Angriff. Und prompt fiel auch schon das erste Tor durch Timo Röttger. Der ohnehin schon laute Gästefanblock rastete völlig aus. Die Jenaer Fans schlugen nur die Hände vors Gesicht. Ich jubelte innerlich und konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. Weiter geht´s. Dynamo bestimmte das Spiel, spielte kombinationsstark nach vorn und verlor nur manchmal in Zweikämpfen den Ball. Die unsichere Spielweise, welche die Mannschaft beim Haching-Spiel zeigte, war heute erstaunlicherweise nur bei den Jenaer Spielern zu beobachten. Und so dauerte es auch nicht lange bis Röttger aus fast der selben Position, wie beim 1:0 zum zweiten Mal den Ball ins Netz hämmerte. Es war fast wie ein Deja Vu. Spätestens jetzt wünschte ich mir doch lieber im Gästefanblock zu stehen. Dynamo drängte weiter. So habe ich die Mannschaft schon lange nicht mehr erlebt. Jeder zeigte vollstes Engagement, kein Ball wurde verloren gegeben. Der dritte Treffer lag förmlich in der Luft. Jenaers Banyamina fühlte das wahrscheinlich auch und köpfte die Kugel in der 36. Minute gleichmal ins eigene Tor. Ab da an waren alle Heimfans restlos bedient und konnten nicht glauben von der Schießbude der 3. Liga zu abserviert zu werden. Die Jenaer Ultras versuchten trotzdem weiterhin Stimmung zu machen. Allerdings hörte ich fast ausschließlich den Dresdner Anhang. Und das obwohl ich im Jenaer Block stand! Lied um Lied hallte aus dem Dynamo-Block über´s Feld. Unbeschreiblich. Zur Halbzeit hagelte es folglich Pfiffe für die Mannschaft von Trainer René van Eck. Nach dem Wiederanpfiff konnten sich die Schwarz-Gelben dann ganz gelassen in die eigene Hälfte stellen und auf Konter lauern. Deswegen und wahrscheinlich weil die Jenaer Mannschaft in der Kabine eine ordentliche Ansprache sich hatte anhören müssen, kamen die Jenaer nun auch zu mehr Spielanteilen. Dynamo ließ sich dadurch aber nicht einschüchtern und spielte konzentriert weiter. In dieser Phase des Spiels häuften sich auch die Fouls. Jena spielte aggressiver, sie wollten sich diesmal nicht so einfach abspeisen lassen, wie in der ersten Halbzeit. Trotzdem kam Dynamo zu einigen gefährlichen Kontern. Nachdem Savran bei einem dieser Konterversuche noch den Ball gegen die Oberlatte hämmerte, hatten die Dresdner Spieler ein paar Minuten später mehr Glück. Durch ein gutes Stellungsspiel gelang es Gerrit Müller nach einem Pass von Savran völlig unbedrängt am Jenaer Keeper vorbeizudribbeln und den Ball ganz ruhig einzuschieben. Nun hatten viele der Jenaer Fans genug und verließen das Stadion. Die Jenaer Ultras rollten ihre Fahnen ein und resignierten. Einige holten dann einen Dresdner Schal raus und versuchten diesen abzubrennen. Ein mutiger Feuerwehrmann vereitelte diese Vorgang allerdings sehr schnell, als er mit seinem Feuerlöscher völlig unbeeindruckt durch den Zaun in die Jenaer Fans hineinsprühte. Diese fanden das aber nicht wirklich lustig und fingen an den Zaun zu treten und diesen zu besteigen. Ihr Frust über dieses aus ihrer Sicht verkorkste Spiel entlud sich nun gegen die Ordner. Zum Glück hatte sich die Situation aber schnell wieder beruhigt. Auch ein Dresdner Fan bekam auf dem Zaun sitzend dann noch Besuch von diesem Feuerwehrmann, als er ebenfalls einen Schal abbrennen wollte. Dem Spiel brauchte man ab dann eigentlich nicht mehr zuschauen, da außer Duellen im Mittelfeld nicht mehr viel passierte. Dynamo verwaltete locker das Ergebnis und nach dem Abpfiff war die Freude auf Dresdner Seite natürlich riesig. Die Mannschaft kam noch in die Kurve und ließ sich von den Fans feiern. Alle Erwartungen wurden übertroffen. Hoffen wir, dass sich die Mannschaft nun endlich gefangen hat und sich in Zukunft immer so engagiert zeigen wird. Auch wir machten uns dann auf den Weg in Richtung nach Hause, mit einem Lächeln im Gesicht. |