



Dynamo siegt 1:0 vor 19000 Zuschauern |
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... Da war die Vorfreude auf allen Seiten groß und man konnte getrost mal den ganzen anderen Schlamassel um den Verein vergessen.
Nach circa einer Stunde anstehen am K-Block-Eingang und einem (zum Glück und zu meiner Verwunderung) schnellen Bierkauf stand ich endlich auf den sonnengefluteten Traversen. Noch schnell ein weißes Blatt für die Choreografie in die Hand bekommen und schon kamen die Mannschaften aus der Kabine. Und dann hoch mit dem Papier. Leider konnte ich das Gesamtkunstwerk nicht selber bestaunen. Aber von den Sitzplätzen, wo auch die anderen anwesenden Fanclubmitglieder Roy, Andre und Falko saßen, war es bestimmt ein grandioser Anblick.
Das Spiel begann. Man wusste nicht genau, was man erwarten sollte. Mit einem Sieg im letzten Spiel im Rücken hoffte man die Serie an Heimsiegen kann fortgesetzt werden. Doch man wurde diese Saison ja schön öfters enttäuscht, als man dachte, jetzt läuft´s. Und Erfurt hat uns ja schon im Hinspiel mit einer 4:1-Klatsche gedemütigt.
Die beiden Mannschaften schenkten sich abgesehen von einigen Fehlpässen nichts. Es wurde auf beiden Seiten gekämpft und so blieben auch Strafraumszenen oder Torchancen eher Mangelware. Dafür wurde, wie in einem hitzigen Derby zu erwarten war, viel gefoult. Und so musste auch Gerrit Müller als erster Leittragender unserer Mannschaft nach 22. Minuten mit Problemen vom Platz. Es wurde weiter gekämpft und kein Zweikampf verloren gegeben. Doch zuviel Einsatz kann auch schaden. David Solga bekam das am eigenen Körper zu spüren, als er sich bei einem harten Duell um den Ball mit Erfurts Hauswald das Schien- und Wadenbein brach. Allen Zuschauern lief es kalt den Rücken runter. Nicht schon wieder Solga. Der arme hatte gerade mal drei Spiele für die Schwarz-Gelben bestritten und die nicht schlecht. Am Boden liegend bekam er auch noch die gelbe Karte gezeigt.
Nach diesem herben Verlust ging der Kampf weiter und auch bis zur Halbzeit blieben spielerische Glanzleistungen Mangelware. Nach der Pause setzte sich dies zunächst fort. Doch mehr und mehr began Dynamo zu drücken. Genau in dieser Drangphase wurde die Mannschaft fast überrumpelt, als ein Erfurter Spieler frei vor dem Dynamokasten den von Axel Keller abgeprallten Ball an die Oberlatte hämmerte. Allen Zuschauern blieb das Herz stehen. Zum Glück sprang der Ball vor der Linie auf und konnte danach weggeschlagen werden. Meine Güte, was für ein Krimi.
Jetzt war klar, Dynamo muss mehr tun, um den Fußballgott endgültig auf seine Seite zu bekommen. Die Mannschaft rannte weiter an, gegen Erfurt und die Zeit (welche im übrigen endlich auch auf den neuen Anzeigentafeln zu sehen ist). Nach mehreren glücklosen Versuchen war es dann unser Neueinkauf Tore Andreas Gunderson, der in der 88. Minute einfach mal aus der zweiten Reihe abzog und traf. Grenzenlose Begeisterung unter allen Zuschauern war die Folge. Nach dem Jubeln, Applaudieren und Schreien fand ich mich erst zwei Stufen weiter unten wieder. Wahnsinn. Und jetzt hielt es im Rudolf-Harbig-Stadion keinen mehr auf den Plätzen, alle standen und feuerten ihre Mannschaft an. Jeder gewonnne Zweikampf oder weggeschlagene Ball wurde frenetisch bejubelt. Die Erfurter versuchten verzweifelt noch etwas zu bewegen, doch letzten Endes vergebens. Ein paar Minuten später ertönte der Schlusspfiff.
Allen freuten sich riesig über diesen schwer erkämpften Sieg, die Fans wie auch die Mannschaft. Man konnte ihr die Erleichterung ansehen, diesen tollen Fußballtag mit einem Erfolg gekrönt zu haben und damit auch ein Zeichen setzen zu können, dass sie, genau wie die treuen Anhänger, dafür kämpfen ihren Verein am Leben zu halten. |