Auswärtsfahrt in die Heimat endet 1:3
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Mittwoch Abend, 15°C, Flutlicht, ausverkauftes Haus. Die Vorzeichen für ein Fußballfest hätten nicht besser sein können. Zum dritten Mal überhaupt ist das Stadion ausverkauft, denn es stand ein echtes Topspiel an. Doch das Ostderby gegen den FC Rot-Weiß Erfurt verlief alles andere als feierlich.
28365 Fans, darunter auch zahlreiche Hamburger Dynamofans, sahen ein trauriges Spiel der SGD. Doch mehr dazu an späterer Stelle. Die Reisegruppe Kattner, Knobloch, Trozowski verlegte gegen Mittag nach Soltau, um dort mit Frank zu koppeln, der noch euphorisiert vom Schalker CL-Erfolg das Steuer übernahm.
Pünktlich gegen 18 Uhr kamen wir ohne nennenswerte Unterbrechungen im wettertechnisch deutlich angenehmeren Dresden an. Nach dem obligatorischen Bierchen in der Torwirtschaft ging es dann voller Vorfreude ins Stadion.
Im Gegensatz zur Niederlage in Aalen war Hoffnungsträger Esswein wieder im Team und die Kulisse sollte die Mannschaft zusätzlich motivieren. Nach 4 Minuten durften die Fans dann erst- und auch letztmalig jubeln. Fiel brachte eine Ecke mustergültig auf Schuppan, der so per Kopf das 1:0 erzielen konnte. Das ging los wie die Feuerwehr, dachte man sich in den ersten 10 Minuten und die zahlreich mitgereisten Erfurter verstummten kurzzeitig. Doch dann übernahmen die Gäste das Spiel und drehten das Spiel innerhalb von 3 Minuten. Erst unterlief Kirsten einen Erfurter Eckball, sodass Malura den Ausgleichstreffer markieren konnte (21.) und kurz darauf ließ sich Hübener an der Torauslinie vernaschen und Stenzel brauchte nur noch einzuschieben (24.). Die Verunsicherung unserer Mannschaft war nun nicht mehr zu übersehen. Man konnte zeitweise denken, die Dresdner haben unter „Englischer Woche“ das Kick & Rush-Spiel verstanden. Ein langer Ball jagte den nächsten und Erfurt brauchte sich keine Sorgen zu machen, hier in Gefahr zu geraten.
Dasselbe Bild in Halbzeit 2. Der Erfurter Drexler setzte in der 77. Minute den Deckel auf den Auswärtssieg, nachdem zum wiederholten Male der Ball leichtfertig im Mittelfeld verloren wurde. Am Ende war es eine verdiente Niederlage, die noch einen bitteren Nachgeschmack hatte. Der an diesem Abend „Einäugige unter den Blinden“, Cristian Fiel, zog sich einen Muskelfaserriss zu und fällt in den nächsten Wochen aus.
Eine Frage beschäftigte uns auf unserer anschließenden Rückfahrt nach Hamburg ganz besonders: Das Stadion ist voll, es geht um den Aufstieg - wie kann die Mannschaft nur so unterirdisch und ohne Plan auftreten? Von der angekündigten Motivation der Spieler war nämlich lediglich in den ersten 10 Minuten etwas zu sehen.
Am Rande der Erschöpfung endete dann Donnerstagmorgen gegen 4:30 Uhr unsere Auswärtsfahrt in die Heimat mit hängenden Köpfen. Jetzt kann eigentlich nur ein versenken der Hansa-Kogge die Stimmung wieder aufheitern. Positiv gesehen kann man im Sinne des Olympischen Gedankens das Fazit ziehen, dass wir dabei waren. Und das war leider auch alles.
                                                  
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