Zittersieg und "Milli Pilli"

Image Zur Brisanz dieses Spieles braucht man nichts mehr zu schreiben. Durch die Ergebnisse der letzten Spiele, kam für Dynamo nur ein Sieg in Frage. Wir organisierten Karten, so daß wir die Reise nach Offenbach planen konnten..

Schon sehr frühzeitig kümmerten wir uns um eine Verbindung nach Offenbach, aber es wollte per Zug und Wochenendticket nicht so recht klappen, so daß Danilo und René eine Fahrt per Fernbus für fünf von uns buchten. Recht preiswert, allerdings mussten wir dafür schon am Freitag spät abends in Hamburg losfahren.

 

Ich werde über die Reise der Busfahrer berichten. Wie gesagt am Freitag Abend trafen wir uns in einer Kneipe in der Nähe des ZOBs. Heiko, Uta und Nadine zeigten sich solidarisch und waren auch bei diesem "Sonderstammtisch" dabei.

Um kurz nach zehn machten wir uns auf den Weg direkt zum ZOB. Der Bus traf pünktlich ein und ab gings nach Frankfurt. Das Gefährt war ganz schön unbequem, aber wir erreichten dennoch nach einigen Zwischenstopps gegen halb sechs morgens den Frankfurter Hbf. Dort ein kleines Frühstück eingeworfen ging es weiter durch das Bahnhofsviertel. Da so gut wie nichts offen hatte, fragten wir kurzer Hand irgendjemanden, ob es denn noch eine Kneipe gäbe, die immer noch Bier um diese Zeit ausschenkt. In einer Nebenstraße gabs was. Wir hin und Bier bestellt. War eigentlich alles ganz nett da, aber dadurch, dass das eine Eintracht-Kneipe war (diverser vergammelter Fankram an der Decke bzw. an den Wänden), versammelten sich nach und nach Frankfurter in der Kneipe, die ihrerseits ihre Fahrt nach Dortmund antreten wollten. Leider gab es unter den sonst eigentlich ganz normalen Fans einige Vollhirnis, wegen derer wir lieber das Lokal verließen und uns woanders nieder lassen wollten.

Als wir schon paar Meterchen weg waren, bemerkte Roy, daß er sein Handy in der Kneipe hatte liegen lassen. Er wollte es dort aufladen und vergaß es einfach beim etwas hektischen Aufbruch.

Irgendwie wollte sich so früh – es war mittlerweile halb acht – nichts richtiges finden. So änderten wir die Suche und waren von da an unterwegs nach einem ordentlichen WC. Ich fragte in einem schicken Hotel und siehe da, die Empfangsmädels hatten ein Einsehen und ließen uns ihre Keramikabteilung besichtigen - sehr schön.

Erleichtert ging es nun Richtung Main, wir wollten uns ein wenig ausruhen nach dieser fast schlaflosen Nacht. Als wir am Ufer des Mains waren, erspähten wir gegenüber eine Menschenansammlung. Das konnte so früh nur ein Trödelmarkt sein. Spitze, denn diese Märkte haben ja meistens auch einen Bierwagen und etwas an Sitzgelegenheit dabei. Wir also über so eine neumodische Wackelbrücke auf die andere Seite und zu jenem Trödelmarkt. Obwohl, ich würde ihn eher als Gerümpel- und Lumpenmarkt mit einschlägiger Kundschaft bezeichnen, aber wir wollten ja nur Bier und/oder Kaffee trinken.

So blieben wir bis halb zehn da sitzen und machten uns dann auf den Weg nach Offenbach, da die Autofraktion ja so gegen halb zwölf in OF eintreffen wollte. Mit der S-Bahn gings dann in die Nachbarstadt.

Gegen zehn waren wir da. Viel zu früh, deshalb gingen wir die trostlose Einkaufstrasse runter, wieder auf der Suche nach Bier. Am Ende der Straße war immer noch nichts zu finden. Wir gingen weiter und trafen auf das „Milli Pilli“- eine simple Imbisskneipe, aber mit Bier und Sitzgelegenheit draußen. Die nette Bedienung fiel uns sofort auf. Es war nicht viel los, so dass sie sich zu uns setzte. Es entwickelte sich zwischen ihr und einigen Mitfahren eine rege Unterhaltung inklusiver Austausch der Telefonnummern.

Es war nun mittlerweile um elf und so langsam wollten wir in Richtung Stadion. Der Plan, mit dem Bus zu fahren, wurde verworfen, stattdessen ein Taxi geordert. Wie sich etwas später heraus stellte, ein gute Entscheidung, denn am Bahnhof wartete einiges an rot-weißem Kroppzeug, das ebenfalls den Bus benutzen wollte. Nun, recht flott waren wir am Bieberer Berg, Gästeparkplatz. Dort warteten schon die Autofahrer. Sogar Sebastian und Till waren bereits vor Ort. Mit Bier und Gesprächen ging die Zeit rum und so gegen halb eins machten wir uns auf den Weg ins Stadion.

Leider die falsche Zeit, denn die Polizei und die Ordner hatten es nicht fertig gebracht, eine für Fußballspiele relativ kleine Menge von Zuschauern (so 300) , so abzufertigen, daß alle pünktlich ins Stadion kamen.

Natürlich waren wie immer die bösen Fans an allem Schuld, die Polizei machte keine Fehler und hatte, auch wie immer, alles im Griff gehabt, bla bla bla.

Das Spiel fing eine viertel Stunde später an, trotzdem waren wir später drin. Das Spiel selbst muss wohl nicht beschrieben werden: Die Mannschaft kniete sich rein, war aber gleichzeitig nervös und fahrig. Der klaren Führung in der ersten Halbzeit, folgte ein Zitterpartie kurz vor Schluss.

Von Euphorie bis bittere Enttäuschung war alles dabei. Erst hatte man Tränen in den Augen vom Dreck im Stadion, dann nach dem Ausgleich, weil alles vorbei schien, dann wieder vor Freude, weils doch reichte. Wahnsinnsstimmung noch dazu. (♫ ♫ ♫ EUROPAPOKAL ♫ ♫ ♫)

So langsam machten wir uns auf den Rückweg. Da wir der netten Bedienung versprochen hatten, dass wir wieder vorbeikommen, ging es abermals in die Innenstadt. Die Autofahrer Andreas und Sebastian waren so freundlich, uns in der Nähe der Kneipe abzusetzen. Da waren wir wieder und aßen und tranken erstmal ordentlich. (Ich Broiler und Hopfenkaltschale, andere Currywurst)

Doch dieser anstrengende Tag machte sich langsam bemerkbar und nach und nach fielen die Augen immer öfter zu. Irgendwie ging die Zeit rum und wir wanderten zum Hauptbahnhof weiter. Der Zug kam endlich und es ging nach Fulda. Trotz Müdigkeit verpassten wir den Ausstieg nicht. Kurz Bier und Döner gefasst, da kam auch schon der ICE nach Hamburg. Die Fahrt über schliefen wohl alle schön im Bier und Dönerdunst. :)

Gegen Mitternacht, also nach ca. 26 Stunden waren wir wieder da. Trotz völliger Plattheit überwog die Freude über den Sieg.

Insgesamt eine unvergessliche Fahrt, über die es noch viel zu erzählen gäbe, aber wie heisst es so schön
 "Dabei ist alles". ;)

 

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal.

 

P.S.: Vielen Dank ans Orga-Team René & Danilo (bd. Fahrt) sowie Roy (Karten) und auch an Andreas als Fahrer der schwarzen Staatskarosse.


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