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17. Dezember 2013

Halluzinationen?

Nikolaus an einem Freitag, wie toll! Und dann geht es auch noch nach Bielefeld. Der 6.12.2013 beschäftigte sich also direkt von vornherein mit zwei Dingen, die es eigentlich gar nicht gibt. Dass es bei den zwei Dingen lange nicht bleiben wird, war uns zum Zeitpunkt der Abreise noch lange nicht klar. Los ging es leider in verschiedenen Grüppchen. Zwei Zugfahrergruppen, zwei Autogruppen. Warum auch immer es unmöglich war, eine gemeinsame Anreise zu planen, lag wohl daran  dass niemand wusste, wie er den Weg in eine Geisterstadt finden soll. Orkantief “Xaver” sorgte bei den Zugfahrern auch für ordentlich Puls. Wer auch immer Stürmen ihre Namen gibt, sollte schnellstens die Finger von den Medikamenten lassen. Klingt “Xaver” doch eher nach einem Kleinkind, dass sein Tellerchen nicht vom Essenstisch abgeräumt hat. Stürme, die Bäume fällen und für Verkehrschaos sorgen, haben doch eher Kosenamen wie “A*******ch” o.ä. verdient. Mit etwas Spannung geschah es dann also doch – aus zwei Zugfahrergruppen wurde eine, vier Leute vereinten sich im schönen Uelzen und trafen letztlich mit einer Verspätung von ca. 40 Minuten, geschmückt mit amüsanten Bärten, am Bielefelder Bahnhof ein.

Es folgte ein relativ entspannter Marsch zum Stadion, bei dem anscheinend auch kein menschenähnliches Lebewesen in Bielefeld wusste, wo genau das steht und wie man da letztlich auch hinkommt. Scheints wohl auch nicht zu geben, genauso wenig wie die Stadt an sich halt. Mach einer halben Stunde, kurz vor 18 Uhr also, haben wir es dann doch gefunden und freuten uns, das Schuhwerk endlich im Westfalenmatsch zu verdrecken. Einzigartige Situation mal wieder am Einlass und doch zehnmal schneller, als bspw. in Berlin gegen Union. Gelbes Regenschutzüberziehdingens übergezogen und rein ging es in den Block, nur leider in den falschen. Zwei von uns, einfach die sportlichsten, schafften den Sprung über den Zaun, während der Rest einfach auf die Halbzeit wartete und dann entspannt außen rum ging. Kurz vor Anpfiff der zweiten Halbzeit dann auch endlich mal wieder die böse Fratze des Ostens gezeigt, die Pyro vom feinsten, der Rauch ein wenig unpassend. Zum Spiel an sich gibt es ja nicht viel zu sagen, Auodia mal wieder mit einem Jokertor, Kirsten mal wieder mit einem dicken Patzer, ansonsten eher langweilig.

Nach den 90 Minuten ging es dann also für uns direkt zum Bahnhof. Denkste. Plötzlich standen wir vor einer Polizeikette, bei der wir gefühlten 500 Gepanzerten versuchten zu erklären, dass wir unseren Zug bekommen wollen. Hat dann irgendwann doch geklappt und wir konnten vor dem Mob zum Bahnhof laufen. Im Dönerladen nochmal rechtzeitig eingecheckt und wirklich ein Spitzenprodukt serviert bekommen, allerdings nur ToGo, schloss der doch seine Tore, bevor der Großteil der mit dem Sonderzug angereisten Dresdner wieder am Bahnhof ankam. Bereits da haben wir erste Gerüchte über angeblich Geschehenes gehört.

In Hamburg angekommen ging es direkt nach Hause und ins Bett, ohne der kleinsten Vorahnung, welche Geschichten sich bereits wenige Stunden später in den hiesigen Medien verbreiteten. Vorprogrammierte Schlagzeilen, man sprach von einem überfallenen Kino und einem Lidl Markt, von unzähligen verletzten Polizisten, die ihr eigenes Pfefferspray abbekommen haben. Jetzt, fast zwei Wochen nach dem Spiel stellt sich heraus, dass der Lidl überhaupt nicht überfallen wurde und aus dem Kino lediglich ein Feuerlöscher entwendet wurde. Dass es zudem wieder einige, durch Polizeigewalt verletzte Dresdner gab, spielt dabei mal wieder keine Rolle. Und der DFB? Der droht uns also wieder mit drastischen Maßnahmen. “Genulltes Vorstrafenregister”? Fehlanzeige! Danke für Nichts, Fußballmafia!